Fotoautomat

Bildquelle: Pinterest

Das waren noch Zeiten, als man für sein neues Passbild, Schülerausweis- oder Führerscheinfoto einfach den Fotoautomat am nächsten Bahnhof aufsuchte. Man setzte sich in die kleine Kabine, zog den Vorhang zu, brachte sich in Position, warf das Geldstück in den Schlitz und wartete ungeduldig auf das 4-malige Auslösen des Blitzes.

Natürlich überprüfte man vorher noch rasch im Spiegel des Fotoautomaten sein Aussehen, sah zu, dass die Haare ordentlich saßen und imitierte dann in der Kabine ein etwas gequältes Lächeln. Immerhin sollte das Bild im Ausweis ja für eine (mehr oder weniger unbefristete) Ewigkeit Gültigkeit haben. Man ahnte zu der Zeit noch nichts von der zukünftigen Regulierungswut der in den 70ern und 80ern noch nicht mal existierenden EU-Bürokraten. Für die damaligen Zwecke war es im Grunde fast egal, wie das fotografische Endergebnis aussah. Hauptsache, es war ein Kopf darauf zu sehen. 😀

Nichts mit biometrischen Daten, nichts mit düsterem „Bitte bloß nicht lächeln“-Gesichtsausdruck, nichts mit Kopfneigung genau im richtigen Winkel, bei dem man das Gefühl hat, gleich vornüber vom Sitz zu kippen und der daher oft zu einem eher verkrampften Gesamteindruck führt. Auch die Beleuchtung spielte damals noch eine untergeordnete Rolle. Man war keinem grellen Scheinwerferlicht ausgesetzt, das auch noch die letzten versteckten Pickel und Hautrötungen akribisch ausgeleuchtet und in den Mittelpunkt gerückt hat.

Manchmal setzte man sich auch mit Freunden zu zweit, dritt oder „so viele halt reingehen“ in die Kabine, um einfach nur ein paar Quatschbilder zu machen. Zog Grimassen, alberte herum, tauschte für jedes Bild die Sitzpositionen oder trieb sonst seine Späße.

Danach war erst mal Warten angesagt. Ungeduldig stand man ein paar Minuten vor dem Fotoautomat und wartete gespannt auf die Entwicklung der Fotos. Man hörte es rattern und rumoren, und dann kam er endlich ins Ausgabefach geflattert, der längliche Streifen mit den vier untereinander angeordneten Bildern. Einzelne Fotos tauschte man mit den besten Freunden aus, die anderen behielt man oder verwendete sie für den vorgesehenen Zweck wie einen Ausweis.

Ja, es gibt sie auch heute noch, die Fotokabinen an Bahnhöfen oder in Kaufhäusern. Sogar auch mit der Möglichkeit, auf Anleitung biometrische Bilder anzufertigen. Aber aufgrund der immer strengeren Vorgaben für behördliche Dokumente hat dieser Prozess inzwischen einfach seinen Charme verloren.



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